Maulwurf im Garten – ungeliebter Gast oder wertvoller Helfer?

Kaum ein Gartentier sorgt für so widersprüchliche Gefühle wie der Maulwurf. Für manche gilt er als Zerstörer gepflegter Rasenflächen, für andere als stiller Verbündeter unter der Erde. Wer seinen Garten naturnah und ökologisch bewirtschaftet, entdeckt schnell: Der Maulwurf ist kein Feind, sondern ein äußerst nützlicher Mitbewohner.

Ein unterirdischer Gärtner mit klaren Vorlieben

Der Maulwurf ist in Deutschland streng geschützt. Das bedeutet: Er darf weder gefangen noch getötet werden. Dieser Schutz hat gute Gründe, denn der Maulwurf übernimmt wichtige Aufgaben im Garten. Statt ihn zu vertreiben, lohnt es sich, seine Lebensweise zu verstehen und sich mit ihm zu arrangieren – was meist leichter ist als gedacht.

Der Maulwurf ernährt sich ausschließlich von tierischer Kost. Regenwürmer, Engerlinge, Schneckenlarven und andere Bodenschädlinge stehen regelmäßig auf seinem Speiseplan. Pflanzen interessieren ihn nicht – weder Wurzeln noch Knollen. Wenn Stauden oder junge Pflanzen plötzlich locker stehen, war nicht der Maulwurf der Übeltäter, sondern meist eine Wühlmaus, die er im Übrigen ebenfalls vertreibt.

Besonders wohl fühlt sich der Maulwurf in lockeren, unverdichteten Böden, extensiv genutzten Wiesen und naturnahen Gärten. Stark frequentierte Gemüsebeete oder regelmäßig gemähte Rasenflächen meidet er eher.

Im Garten einen MauwurfMeisterhafte Baukunst unter unseren Füßen

Das Gangsystem eines Maulwurfs folgt einer klaren Struktur. Tief im Boden liegt die mit Gräsern und Blättern ausgepolsterte Wohn- und Schlafkammer. Darüber befindet sich häufig ein besonders großer Hügel – ein guter Hinweis auf das Herzstück seines Reviers. Von dort aus verlaufen Jagd-, Lauf- und Belüftungsgänge, die er regelmäßig nach Beute absucht.

Der Maulwurf lebt außerhalb der Paarungszeit als Einzelgänger und verteidigt sein Revier energisch. Nur im Frühjahr duldet er kurzzeitig Gesellschaft, denn dann locken die Weibchen ihre Partner mit leisen Lauten an. Nach der Aufzucht werden selbst die Jungtiere wieder vertrieben.

Der Maulwurf als Anpassungskünstler bei jedem Wetter

Der Maulwurf ist das ganze Jahr über aktiv und passt sich flexibel an Witterung und Bodenverhältnisse an. Bei anhaltendem Starkregen verlagert er Teile seines Baus nach oben und errichtet regelrechte „Sumpfburgen“. Wird es wieder trockener, zieht er sich in tiefere Bodenschichten zurück.

Wenn im Frühjahr die Bodentemperaturen steigen, folgt er seinen Beutetieren nach oben. In dieser Zeit entstehen besonders viele Maulwurfshügel – sehr zu meiner Freude, denn diese Erde schätze ich besonders.

Maulwurfshügel: Gratis-Kompost aus der Tiefe

Was viele ärgert, ist in Wahrheit ein Geschenk: Die Erde aus Maulwurfshügeln ist fein krümelig, locker und nahezu unkrautfrei. Sie eignet sich hervorragend für neue Pflanzungen von Stauden und Gehölzen, das Mischen von Substraten für Töpfe und Balkonkästen oder das Verbessern schwerer oder verdichteter Gartenböden.#

Ich hingegen nehme sie sehr gern als Anzuchterde. Sie ist voller Nährstoffe und so fein, dass sie den kleinen zarten Pflanzen das Wachsen sehr leicht macht. Wenn du wissen möchtest, welche Anzuchttöpfe ich nutze, kannst du hier nachlesen.

Mit einer Schaufel lassen sich die Hügel leicht abtragen und die restliche Erde mit einer Harke einarbeiten, so dass keine Stolperfallen und Löcher bleiben.

Maulwurf als Helfer in deinem GartenIst der Maulwurf ein Blindgänger oder eher ein Sinneswunder?

„Blind wie ein Maulwurf“ stimmt im Übrigen nur bedingt. Zwar besitzt der Maulwurf nur winzige Augen, doch er kann Hell und Dunkel unterscheiden. Viel wichtiger aber sind sein exzellenter Geruchs- und Tastsinn. Mit seiner empfindlichen Rüsselnase und zahlreichen Tasthaaren nimmt er feinste Erschütterungen wahr.

Seine kräftigen Vordergliedmaßen sind perfekt an das Graben angepasst. Pro Stunde kann ein Maulwurf bis zu sieben Meter neuen Gang schaffen. Und überraschend: Maulwürfe sind gute Schwimmer und überqueren bei Bedarf sogar Bäche oder kleine Flüsse.

Vertreiben oder nicht?

Laute Geräte, Duftstoffe oder sogenannte Maulwurfschrecke zeigen meist nur kurzfristige Wirkung und stören andere Tiere gleich mit. Wer naturnah gärtnert, akzeptiert den Maulwurf als Teil eines lebendigen Gartens – und profitiert langfristig von besser belüfteten Böden und weniger Schädlingen.

Wenn du ihn trotzdem nicht in deinem Garten haben möchtest, kannst du mittels einem umweltfreundlichen und völlig ungiftigem Maulwurfvertreiber arbeiten. Dieser arbeitet mit unangenehmen Frequenzen und dein Maulwurf zieht aus.

Der Maulwurf – in meinem Garten Freund statt Feind

Der Maulwurf ist kein Rasenvernichter, sondern ein kostenloser Bodenverbesserer, Schädlingsregulator und Landschaftsgestalter. Wer seinen Garten nicht als sterile Grünfläche, sondern als lebendiges Ökosystem versteht, wird schnell feststellen: Mit einem Maulwurf im Garten lebt es sich nicht schlechter – sondern nachhaltiger.

 

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